Das Projekt
Der Windpark Gsängereck ist eine Projektidee der Firma ImWind. Ziel des Vorhabens ist die Planung, Errichtung und der Betrieb des ersten Windparks im Ennstal. Wir möchten damit einen Beitrag zur regionalen und nachhaltigen Stromversorgung und Wertschöpfung leisten, die Region langfristig stärken und bei der Bekämpfung von Klimaschäden helfen. Zusätzlich wird dabei sowohl das Land Steiermark als auch Österreich bei der Erreichung der Klima und Energieziele unterstützt. Durch die Produktion unserer eigenen Energie für uns machen wir uns unabhängig von teuren Öl- und Gasimporten aus dem Ausland.
Das Projekt befindet sich noch in einer sehr frühen Phase. Zunächst untersuchen wir, ob sich der Standort aus technischer, ökologischer und wirtschaftlicher Sicht überhaupt für die Nutzung von Windenergie eignet. Eine Entscheidung über die Umsetzung eines Windparks ist damit noch nicht verbunden. Weiters spielen in der Phase wichtige Stakeholder wie Gemeinden und die Bürgerinnen und Bürger eine wesentliche Rolle für den Erfolg eines Windkraftprojektes. Uns ist bewusst, das ein Projekt dieser Größenordnung viele Fragen aufwirft. Deshalb möchten wir transparent informieren, zuhören und den Dialog mit der Bevölkerung anbieten.
Auf dieser Website stellen wir den aktuellen Projektstand, laufende Untersuchungen und die nächsten Schritte dar.
Gleichzeitig möchten wir aufzeigen, welche Chancen für Gemeinden und die Region generell entstehen und wie wir mit Herausforderungen im Kontext von Infrastrukturprojekten umgehen können.
Die Region steht vor wichtigen Zukunftsaufgaben – von der Sicherung und Weiterentwicklung der Infrastruktur über den Schutz vor Naturgefahren bis hin zur langfristigen Stärkung des ländlichen Raums. Sollte sich der Standort als geeignet erweisen und das Projekt umgesetzt werden, kann Windenergie einen Beitrag dazu leisten, regionale Wertschöpfung zu schaffen und zusätzliche finanzielle Impulse in der Region zu halten.
Fakten & Zahlen
5 Windkraftanlagen
können den jährlichen Strombedarf der Gemeinden Irnding-Donnersbachtal und Öblarn rechnerisch 1, 5 mal decken
~ 28,4
Megawatt (MW) Gesamtleistung
vier Mal 3,5x so groß wie das KW Salza oder halb so groß wie das KW Sölk
14.600
Durchschnittliche Haushalte können so jährlich versorgt werden
17.900 Tonnen
CO₂ Einsparung pro Jahr, entspricht dem CO2 Ausstoß von rd. 35.000 PKWs
2032
Mögliche Inbetriebnahme
Der Standort
Der Windpark Gsängereck würde sich auf dem Höhenrücken zwischen Gsängereck und Pedleseck befinden. Windkraftanlagen werden auf möglichst exponierten Lagen positioniert, da hier die beste Windanströmung gegeben ist.
Geplant wird mit bis zu fünf modernen Windkraftanlagen (WKA) mit bis zu 6 MW Nennleistung und einem voraussichtlichen Jahresstromertrag von insg. 51 Gigawattstunden (GWh). Damit könnte man das Skigebiet Planai-Hochwurzen-Bahnen Sommer wie Winter zur Gänze mit erneuerbarem Strom versorgen (Annahme: 2 Mio. Skitage, 18kWh/Skitag ergeben 80% des Stromverbrauchs; die restlichen 20% entfallen auf den Sommerbetrieb; Annahme insg. 45 GWh)* und die Gemeinde Irdning-Donnersbachtal.
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*Quellen: Seilbahnen - Österreich - WKO; FACTSHEET Seilbahnen und Energie 20251030, Saisonschlussberichten des Skiverbunds Ski amadé
Mehrwert für die Region
Der Bau und Betrieb des Windparks bringen zahlreiche Vorteile für die Region an sich aber auch den Wirtschaftsstandort Österreich mit sich. Bereits während der Projektentwicklung profitieren viele Berufsgruppen: Biologen und Ornithologen für die biologischen Kartierungen, Technische Büros für (Ausführungs)planungen, Geologen & Hydrogeologen, Juristen, Sachverständige aus den unterschiedlichen Fachbereichen, die im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung genauestens geprüft werden.
Während der Errichtung profitieren insbesondere lokale und regionale Betriebe – etwa Bauunternehmen, Handwerksbetriebe und Transportfirmen – durch Aufträge und Wertschöpfung vor Ort.
Die Standortgemeinden Irdning-Donnersbachtal und Öblarn profitieren monetär und direkt durch die "Energiewendebeteiligung". Das sind jährliche Zahlungen, die auf Dauer des Betriebes eines Windparks (ca. 25 - 30 Jahre) dem Gemeindebudget zu Gute kommen. Straßen, Kindergärten, Beleuchtungen, Hochwasserschutz, Sonnenschutz und viele weitere Einsätze der Energiewendebeteiligung sind denkbar. Für den Windpark Gsängereck kann jährlich mit Einnahmen von bis zu EUR 140.000 gerechnet werden.
Stabile Strompreise für alle - durch Energiegemeinschaft
Nicht nur die Gemeinde an sich kann profitieren - auch alle Privathaushalte der Standortgemeinden als auch Klein- und Mittelunternehmen können durch stabile Stromtarife profitieren. Über eine Bürger-Energie-Gemeinschaft (BEG) besteht die Möglichkeit, für 20 Jahre einen fixierten und stabilen Stromtarif in der Höhe von 11 ct/kWh (exkl. Netzgebühren, Steuern etc.) beziehen zu können, wenn eine ausgewählte BEG-Windkraftanlage der ImWind Strom produziert. Das schafft Planbarkeit und bringt echte finanzielle Vorteile für die Menschen vor Ort. Darüber hinaus kann die Bürger-Energie-Gemeinschaft in bestehende EEG-Strukturen eingebunden werden und so die gegebenenfalls schon vorhandene PV-Erzeugung perfekt ergänzen.
Ein Teil der Wertschöpfung des Windparks soll so direkt bei den Menschen in der Region ankommen.
Nachrangdarlehen – Beteiligung mit Mehrwert
Durch die Vergabe eines Nachrangdarlehens haben die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, sich aktiv am Projekt Windpark Gsängereck zu beteiligen und dabei potenziell finanziell zu profitieren. Mit einer solchen Einlage würden sie den Ausbau der regionalen Windenergie unterstützen und dafür Zinsen erhalten, die über klassischen Sparprodukten liegen. So bleibt das Geld in der Region, stärkt die lokale Wertschöpfung und bietet den Menschen vor Ort eine Möglichkeit, ihr Kapital sinnvoll zu investieren.
Aus der Region, für die Region
Unsere Berge sind Lebensraum, Arbeitsplatz und Urlaubsziel zugleich. Damit das so bleibt, brauchen wir sauberen Energie aus der Region. Im Winter, wenn die Seilbahnen viel Energie benötigen, erzeugen Windkraftanlagen am meisten Strom.
Langjährige Analysen der österreichischen Nächtigungszahlen, sowie Studien und Umfragen zeigen, dass Windkraft keine negativen Auswirkungen auf den Tourismus hat – im Gegenteil, viele Gäste schätzen sichtbares Engagement für Nachhaltigkeit. Das bestätigen auch unsere Erfahrungen mit dem Tauernwindpark in der Steiermark, den wir seit 2002 betreiben. In unmittelbarer Nähe liegt das Skigebiet Lachtal – beide profitieren seit Jahren voneinander.
Darüber hinaus stärkt die heimische Energieerzeugung die regionale Versorgungssicherheit und reduziert so die Abhängigkeit von Energieimporten aus dem Ausland. 2024 hat Österreich 14,1 Milliarden Euro für teure Energie (u.a. Öl und Gas) aus dem Ausland ausgegeben.
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„Trotz anfänglicher Zweifel gegenüber Windkraft - noch dazu am Berg - sind nach fast 20 Jahren die Bürgerinnen und Bürger meiner Gemeinden zu wahren Fans des Windparks und der ImWind geworden. Die offene Kommunikationsweise und die faire Zusammenarbeit über diese lange Zeit haben ImWind zu unserem bevorzugten Partner für erneuerbare Energie gemacht.“
Alois Mayer
Ehemaliger Bürgermeister Region Pölstal
Geprüfte Visualisierungen
Visualisierungen des Windparks - also das Erstellen von Bildern wie der Windpark aussehen würde wenn er gebaut ist, ist Teil eines jeden Windkraftprojektes. Im Fachbeitrag "Landschaftsbild" der Umweltverträglichkeitsprüfung wird umfangreich bewertet ob und welche Auswirkungen zu erwarten sind. Das passiert mit geprüften Visualisierungen, die zeigen wie der Windpark und die einzelnen Anlagen sichtbar sind.
Im folgenden können Sie die Visualisierungen von unterschiedlichen Blickpunkten aus Irdning-Donnersbachtal und Öblarn sehen.
Blickwinkel Irdning


Blickwinkel Öblarn Flugplatz


Blickwinkel Öblarn Bahnübergang


Entfernung zu den Anlagen
- Auf den folgenden Bildern sind die Entfernungen zu den geplanten Windkraftanlagen sowie der Blickwinkel der oben präsentierten Visualisierungen dargestellt.
- Um einen einheitlichen Vergleichswert zu haben, wurde die Mitte des Windparks als Ausgangspunkt festgelegt.
- Der vom Land Steiermark gesetzlich vorgeschriebene Mindestabstand von 1.000 Meter zu bewohntem Gebiet zur nächstgelegenen Windkraftanlage wird in allen Fällen eingehalten.
Möglicher Projektzeitplan
Windparkprojekte sind langwierig.
- Die Projektidee hatten wir im Frühsommer 2025 - nach einer ersten Potentialanalyse und Planung eines geeigneten Windpark-Layouts haben wir mit der Kontaktaufnahme der Grundeigentümer gestartet.
- Im zweiten Projektschritt befinden wir uns jetzt - die Gemeinde - und Öffentlichkeitsarbeit mit Information und Einbindung der lokalen Bevölkerung.
- Anschließend kann mit der essentiellen Windmessung gestartet werden, die bis zu zwei Jahren dauern kann.
- Parallel dazu starten die Untersuchungen für die Erstellung der Umweltverträglichkeitserklärung. Das Gebiet um den Windpark wird dabei zwei Jahre lang untersucht. Sind am Ende dieser Untersuchungen keine Auswirkungen auf die UVP-Schutzbereiche oder nur solche, für die es geeignete Gegenmaßnahmen gibt, zu erwarten, kann der Genehmigungsprozess gestartet werden.
- Genehmigt müssen UVP-Projekte beim Land werden. Für die Prüfung der Einreichunterlagen und die voraussichtliche UVP-Verhandlung werden ungefähr zwei weitere Jahre vergehen.
- D.h. der Baubeginn des WP Gsängereck wird frühestens in sechs Jahren (2033) möglich sein.
Mehr als ein reines Energieprojekt für die Region.
Finanzieller Mehrwert für die Gemeinden
Mit der Inbetriebnahme des Windparks erhalten die beiden Standortgemeinden die sogenannte "Energiewendebeteiligung" - fixe jährliche Zahlungen, die dirkekt dem Gemeindebudget zugute kommen. Also echte regionale Wertschöpfung und langfristige Einnahmen für die Gemeinden. Diese Mittel können für jene Aufgaben eingesetzt werden, die den Menschen vor Ort unmittelbar zugutekommen – beispielsweise für die Erhaltung und Verbesserung von Straßen, den Hochwasser und Katastrophenschutz, andere wichtige Infrastrukturprojekte und vieles mehr.
Gerade in einer Region, die sich aktiv mit den Herausforderungen des Klimawandels auseinandersetzt, können zusätzliche Mittel helfen, notwendige Zukunftsprojekte rascher umzusetzen und weitere Förderungen in die Region zu holen.
Nachhaltigkeit
Der geplante Windpark Gsängereck könnte jährlich rund 51 Millionen Kilowattstunden Strom aus Windenergie erzeugen. Diese Strommenge würde ausreichen, um rechnerisch mehr Strom bereitzustellen, als die Gemeinden Öblarn und Irdning Donnersbachtal gemeinsam in einem Jahr verbrauchen. Gleichzeitig könnten gegenüber der Stromerzeugung aus fossilen Energieträgern jährlich rund 15.000 bis 20.000 Tonnen CO₂ vermieden werden. Damit leistet das Projekt einen Beitrag zu den Klima und Energiezielen des Landes Steiermark sowie zu einer nachhaltigen und regionalen Energieversorgung.
Häufig gestellte fragen
Die Standortwahl für Windkraftanlagen erfolgt nach klaren Kriterien. Dazu gehören:
- Windhöffigkeit - also die Stärke und Häufigkeit des Windes an einem Standort und
- Raumordnung - die in den jeweiligen Bundesländern klar geregelt sind.
- Erreichbarkeit - der Standort muss per LKW mit den Anlagenteilen erreichbar sein
- Topographie - insb. für Bergstandorte relevant, denn nicht nur der Standort an sich muss sich eignen, sondern es muss auch genug ebene Fläche vorhanden sein, damit der Kran für die Errichtung aufgebaut werden kann.
Wichtig ist, dass Windkraftanlagen nur dort errichtet werden, wo es rechtlich erlaubt und umweltverträglich ist.
Bevor ein Windpark genehmigt wird, ist eine umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) notwendig. Dadurch wird sichergestellt, dass der Eingriff in die Natur auf ein Minimum beschränkt bleibt und ökologische Ausgleichsmaßnahmen durchgeführt werden.
Der Schutz von Wildtieren ist ein essenzieller Bestandteil der Planungs- und Genehmigungsverfahren. Für jeden Windpark werden umfangreiche Artenschutzgutachten erstellt, um mögliche Auswirkungen auf Vögel und Fledermäuse zu bewerten und entsprechende Schutzmaßnahmen zu setzen.
Vogelschutz
Bestimmte Vogelarten, insbesondere Greifvögel, werden besonders berücksichtigt. Falls eine Gefahr für die Populationen besteht, werden Schutzmaßnahmen vorgesehen.
Fledermausschutz
Fledermäuse fliegen vor allem in der Dämmerung. Daher werden Windräder bei bestimmten Wetterbedingungen oder in bestimmten Zeitfenstern automatisch abgeschaltet, um Kollisionen zu vermeiden. Diese Maßnahmen haben nachweislich dazu beigetragen, das Risiko für Fledermäuse erheblich zu reduzieren.
Laut Studien sind Straßen, Katzen, Stromleitungen und Glasfassaden für Vögel eine deutlich größere Gefahr als Windräder, wenn entsprechende Schutzmaßnahmen beachtet werden.
Der Bau von Windkraftanlagen unterliegt strengen gesetzlichen Vorgaben. In forstwirtschaftlich genutzten Wäldern müssen Eingriffe so gering wie möglich gehalten werden.
Die betroffenen Flächen sind in der Regel bereits bewirtschaftete Waldgebiete, keine unberührten Naturwälder oder Schutzgebiete. Die Rodung beschränkt sich auf die unmittelbar benötigten Flächen für die Anlagen, den Kran und Zufahrtswege. Diese Eingriffe werden durch verpflichtende Aufforstungs- oder Ersatzmaßnahmen ausgeglichen.
Ein großer Vorteil dieses Projektes ist, dass ein Großteil der Zuwegung über das bereits bestehende Straßennetz im Forstrevier abgewickelt werden kann. Es findet somit kein zusätzlicher Flächenverbrauch oder großräumige Rodungen statt.
Eine einzelne Windkraftanlage benötigt etwa 0,5 Hektar Fläche inklusive der zugehörigen Infrastruktur. Im Vergleich dazu nehmen Infrastrukturbauten wie Straßen oder Gewerbegebiete deutlich größere Flächen in Anspruch.
Windkraftanlagen erzeugen Schall, doch die gesetzlichen Grenzwerte stellen sicher, dass er für Anwohner unbedenklich bleibt.
Hörbarer Schall
Die Geräuschentwicklung moderner Windräder ist durch strenge Lärmschutzvorschriften begrenzt. Die WHO empfiehlt einen Schallpegel von 40 Dezibel (dB) bei Wohngebäuden in der Nacht nicht zu überschreiten – vergleichbar mit einem Flüstern oder einer ruhigen Wohnstraße.
Infraschall
Infraschall ist Schall mit einer Frequenz unterhalb des menschlichen Hörbereichs. Er kommt in der Natur häufig vor, etwa durch Wind oder Meereswellen. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass der von Windrädern erzeugte Infraschall in den üblichen Abständen zu Wohngebieten weit unter der Wahrnehmungsschwelle liegt.
Es gibt keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass Windkraftanlagen negative gesundheitliche Auswirkungen haben, wenn die gesetzlich festgelegten Abstände zu Wohngebieten eingehalten werden.
Die durchschnittliche Lebensdauer eines Windrads beträgt bis zu 30 Jahre. Danach gibt es zwei Möglichkeiten:
- Repowering – Alte Anlagen werden durch modernere und leistungsfähigere Windräder ersetzt. Dadurch kann mit weniger Anlagen mehr Strom erzeugt werden.
- Rückbau – Die Windkraftanlage wird vollständig entfernt, und die betroffenen Flächen werden renaturiert.
Betreiber sind gesetzlich verpflichtet, Rücklagen für den Rückbau zu bilden. Dadurch wird sichergestellt, dass alte Anlagen nicht ungenutzt stehen bleiben.
Die meisten Bestandteile einer Windkraftanlage, wie der Stahlmast oder der Generator, können recycelt werden.
Die Rotorblätter von Windkraftanlagen bestehen aus glasfaserverstärktem Epoxidharz und Kohlenstofffasern. Am Ende ihrer langen Einsatzzeit werden sie nach den gesetzlichen Vorgaben in einem Recyclingprozess aufbereitet. Dabei werden die Rotorblätter geschreddert und als Zusatzstoff in der Zementindustrie weiterverwendet (faserverstärkter Beton). Auch eine thermische Verwertung ist möglich.
Die Branche arbeitet kontinuierlich an neuen Lösungen, um das Recycling weiter zu verbessern und die Nachhaltigkeit von Windkraftanlagen weiter zu erhöhen.
Ein häufiger Vorwurf gegenüber Windkraftanlagen ist, dass durch den Abrieb der Rotorblätter Mikroplastik freigesetzt wird. Rotorblätter bestehen aus faserverstärktem Kunststoff (meist Glas- oder Kohlefaserverbundstoffe), um eine hohe Stabilität bei geringem Gewicht zu gewährleisten.
Wie viel Materialabrieb entsteht wirklich?
Studien zeigen, dass der Materialverlust an den Rotorblättern durch Erosion, z. B. durch Regen oder Hagel, im Vergleich zu anderen Quellen von Mikroplastik äußerst gering ist.
- Der Deutsche Bundestag hat 2020 eine Worst-Case Abschätzung für alle Windkraftanlagen (rd. 31.000) in Deutschland durchgeführt und kam auf einen maximalen Abrieb von 1.395 Tonnen pro Jahr. Der tatsächliche Wert liegt aber sehr wahrscheinlich deutlich niedriger – bei wenigen 100 Gramm pro Anlage pro Jahr. Eine Untersuchung in Norwegen ergab einen jährlichen Abrieb von ca. 200 Gramm Mikroplastik pro Jahr pro Windrad bzw. einen Abrieb von 2 kg über 10 Jahre.
- Zum Vergleich: Der Abrieb von Schuhsohlen liegt bei rund 8.720 Tonnen pro Jahr und jener von Autoreifen sogar bei 98.280 Tonnen!
Gibt es Gegenmaßnahmen?
Ja, Hersteller arbeiten kontinuierlich an neuen Beschichtungen und Materialien, um den Abrieb weiter zu minimieren. Zudem werden Rotorblätter regelmäßig gewartet und bei Bedarf repariert, um größere Materialverluste zu verhindern.
Windkraftanlagen müssen aus Sicherheitsgründen mit roten Blinklichtern ausgestattet sein, um die Luftfahrt (z. B. Flugzeuge und Hubschrauber) auf Hindernisse aufmerksam zu machen.
Was ist bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung (BNK)?
Die bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung ist eine moderne Technologie, die die Lichter nur dann aktiviert, wenn sich tatsächlich ein Luftfahrzeug in der Nähe befindet. Dadurch:
- reduziert sich die Leuchtdauer um bis zu 98 %,
- bleibt der Windpark nachts fast unsichtbar,
- wird die Akzeptanz der Anlagen in der Bevölkerung erhöht.
Wie funktioniert das?
Die Austro Control erkennt ein nahendes Flugobjekt und schaltet die Beleuchtung ein. Sobald das Flugobjekt den Flugraum verlassen hat, wird die die Beleuchtung abgeschaltet.
Ist BNK in Österreich vorgeschrieben?
Ja, derzeit fehlt aber die Ausführungsverordnung der Austro Control. Diese wird für 2025 erwartet.
Fazit: Dank der bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung leuchten Windräder nur noch dann, wenn es wirklich notwendig ist. Das verbessert die Nachtruhe in der Umgebung und erhöht die Akzeptanz von Windparks.
Ein seltenes, aber mögliches Ereignis bei Windkraftanlagen ist der Eisabfall von den Rotorblättern. Dieses tritt auf, wenn sich bei sehr niedrigen Temperaturen Eis auf den Rotorblättern bildet. Das Eis kann sich dann bei steigenden Temperaturen oder durch die Bewegung der Rotoren lösen und zu Boden fallen. Solche Vorkommnisse sind in der Regel nur bei sehr kalten Winterbedingungen oder starker Frostbildung zu beobachten.
Eisabfall ist kein Phänomen der Windkraft, sondern kommt alltäglich in unserem Lebensumfeld vor (zB. hohe Gebäude, hohe Bäume, Handymasten, usw.).
Wie wird Eisabfall verhindert?
Moderne Windkraftanlagen sind mit Technologien ausgestattet, die das Risiko von Eisabfall minimieren:
- Heizsysteme in den Rotorblättern verhindern das Anhaften von Eis.
- Drehzahlregelungen sorgen dafür, dass die Rotorblätter nicht bei extrem niedrigen Temperaturen mit hoher Geschwindigkeit drehen, was den Eisaufbau begünstigen könnte.
- Wetterüberwachungssysteme erkennen Frostbedingungen und steuern die Anlagen entsprechend, sodass das Risiko von Eisbildung minimiert wird.
Gibt es Sicherheitsvorkehrungen?
Falls trotz dieser Maßnahmen Eis auf den Rotorblättern entsteht, gibt es Sicherheitsvorkehrungen, die den Eisabfall verhindern:
- Automatische Abschaltung der Windkraftanlagen bei extremen Wetterbedingungen. Der Betrieb wird gestoppt, bevor Eis abgeworfen werden kann.
- Sicherheitszonen um die Windkraftanlagen verhindern, dass sich Menschen oder Fahrzeuge in gefährdete Bereiche bewegen.
Fazit:
Obwohl Eisabfall theoretisch ein Risiko darstellt, kommt es in der Praxis nur selten vor. Dank moderner Technologien und präventiver Sicherheitsmaßnahmen wird das Risiko auf ein Minimum reduziert. Regelmäßige Wartung und eine frühzeitige Wetterüberwachung stellen sicher, dass Windkraftanlagen sicher betrieben werden.
Ihre Ansprechpartnerin für das Projekt
Laya Trauttmansdorff
Projektentwicklung Alpin
Email: ltw@imwind.at
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